DAS ATELIER-PROJEKT
"Es tut mir gut, ein Künstler zu sein"
Während meiner 15-jährigen Tätigkeit als Erzieherin beim
ASB, habe ich u.a. Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren auf den Erstaufnahmeschiffen
„Bibby Challenge“ und „Bibby Altona“ betreut. Mit
großer Unterstützung meiner damaligen Vorgesetzten – Klaus
R. und Kolleginnen – Garnet B., Alp P. und Sebastian M. habe ich im
März 2000 das Projekt mit dem Titel:
Es tut mir gut, ein Künstler zu sein
ins Leben gerufen.
In einem kleinen Atelier bekamen Kinder die Möglichkeit sich kreativ
auszudrücken und die belastenden und traumatischen Erfahrungen vor,
während und nach der Flucht zu verarbeiten und ihrem natürlichen
Drang nachzugehen, in verschiedenen Formen ihre Gefühle und Erlebnisse
mitzuteilen.
Die ersten Wochen in Deutschland waren sehr schwierig für die Kinder.
Vor allem die Sprachbarriere, das fremde Land und die "Kinder-unfreundliche"
Lebenswelt auf den Wohnschiffen hatten zur Folge, dass die Kinder am Anfang
ängstlich, misstrauisch, zurückhaltend und passiv waren.
Nach einer Phase der Eingewöhnung ans neue Umfeld begann nun eine "entspannende"
Phase,
in der die Kinder auch das Interesse an Fotos und Büchern mit Abbildungen
von Kunstwerken u.a. bekannter Künstler bekamen. Durch Experimente
und Versuche mit verschiedenen Materialien in unterschiedlichen Techniken
sammelten sie neue Erfahrungen auf ihrer Entdeckungsreise in die Welt der
Bilder. Bereits nach kurzer Zeit beobachtete ich, wie wichtig, gar schon
notwendig der künstlerische Erschaffungsprozess für die Kinder
geworden war, der ihrem Wohlbefinden viel Zufriedenheit und Ausgeglichenheit
verleite. Dadurch fanden sie langsam den Weg zu ihrem "Kind - sein".
Bei diesem Projekt haben bis März 2006 mehr als 800 Kinder teilgenommen.
Trotz ihrer schwierigen Lebenslage endete jeder Schaffensprozess mit Zufriedenheit,
einem Lächeln und vor Freude lachenden Augen. Dieses Angebot nutzten
die Kinder täglich mit großem Interesse und viel Engagement.
Ich sah, wie stolz sie sind und wie ihr Selbstwertgefühl wuchs, nachdem
sie ihr "Kunstwerk" erschaffen haben. Die Kinder lernten, die
Arbeiten der anderen Kinder zu schätzen und kamen mit großer
Vorfreude am folgenden Tag wieder. Die vielen unterschiedlichen Aussagen
der Bilder haben mich auf die Idee gebracht, ein breiteres Publikum daran
teilhaben zu lassen, so entstanden mehrere Ausstellungen.
Folgende Ausstellungen sind durchgeführt worden:
2001
Mai / Juni
Ausstellung mit 90 Bildern im "Forum Altona", Große Bergstrasse während
der Altonale 2001
November bis Januar 2002
Ausstellung mit 45 Bildern bei P&W - Averhoffstraße,
2002
Februar / März
Ausstellung mit 39 Bildern beim ASB - Lupinenweg,
April / Mai
Ausstellung mit 86 Bildern im P&W Pflege Zentrum "Auf der Uhlenhorst" -
Heinrich-Hertz-Straße
Juni
Ausstellung mit 40 Bildern am Bahnhof Altona während der Altonale 2002
seit März
permanente Ausstellung von 20 Bildern in der Geschäftsstelle des ASB
Hamburg in der Schäferkampsallee 29
2003
seit Dezember
permanente Ausstellung von 25 Bildern in der Kantine auf dem Wohnschiff
"Bibby Altona" in Neumühlen
2004
Juni
Ausstellung mit ca. 50 Bildern im Mercado - Altona während der Altonale
2004
Ausstellung mit dem Titel:
"Farbenspiele - Bilder sprechen alle Sprachen",
mit über 200 Bildern
| Teil 1 - |
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23. September - 29. Oktober |
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Mütterzentrum Hohenfelde e.V. |
| Teil 2 - |
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09. Oktober - 05. November |
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Kölibri GWA St. Pauli-Süd e.V. |
| Teil 3 - |
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21. Oktober - 02.Dezember |
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GAL-Bürgerschaftsfraktion |
2004 / 2005
November bis Februar
Ausstellung mit 68 Bildern im Bürgertreff Altona-Nord, in der Gefionstraße.
2005
02. bis 30.Juni
Ausstellung mit über 100 Bildern in der UNI, Internationales Haus,
Rothenbaumchaussee 36
03. bis 19.Juni
Ausstellung mit 24 Bildern im Mercado - Altona während der Altonale
2005
26.September bis 30.Oktober
Ausstellung mit 60 Bildern in Sachsenwald Forum, Reinbek
Die Besucher dieser Ausstellungen äußerten sich positiv und stellten
mit großem Interesse Fragen zu den Kindern, dem Projekt und der Vorgehensweise
sowie Entstehung der Bilder. Für die Kinder und deren Eltern war das
ein kaum zu beschreibendes glückliches Erlebnis, was ihnen das Gefühl
gab, im kulturellen Leben Hamburgs mitgewirkt zu haben und ermöglichte
offener und mutiger die weiteren Schritte in Richtung Integration zu machen.
Mit der Verlegung der Flüchtlings-Erstaufnahme nach Horst war das Projekt
im März 2006 beendet.
Mariola Wloch
Einige Bilder der Kinder
Gruppenarbeit - 860 x 90 cm, Acryl auf Leinwand
--- Copyright © 2002 - 2012 by Mariola Wloch ---
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